Performance Garden

Performance Garden – formerly known as ’Tipi me!’

Premiere am Samstag, 05.11.2022 um 20h.
Gezeigt wird eine 20-min-Performance, die dreimal aufgeführt wird. Jeweils danach kann das Publikum für je 40 min den Performance Garden selbst interaktiv steuern, gestalten und aufblühen lassen.

Lust auf sinnliche Digitalität in Szenischen Künsten? Die Natur tut nichts Überflüssiges und bleibt hinter dem Notwendigen nicht zurück (Aquin). Daher haben wir weder 3D modelliert noch gerendert. Stattdessen haben wir mit autopoietischen feedback-Schleifen operiert und Instrumente des Neuromarketings eingesetzt: Olfaktorik, Haptik und Gustatorik als Inszenierungsstrategie. Erlebbarkeit analoger Mitwesen anhand digitaler Übersetzung in synästhetisch wahrnehmbare Impulse und in Tanz.

Performance Garden – formerly known as ’Tipi me!’ ist eine begehbare mediale Landschaft: ein Garten, der durch Tanz und Publikumsbewegungen interaktiv steuer- und gestaltbar ist. Es geht um Beziehungen, Mensch und Natur, Maße und das Wechselspiel aus Nähe und Distanz. Kleine Behausungen als Beziehungsstifter, digitale Pflanzen, Polygone, Videos und Sounds werden zu einem Netz versponnen.

Reales und Virtuelles treffen aufeinander – mixed realities, die ein globaler Algorithmus verbindet. Prozesse des miteinander „Wachsens“ werden hör- und sichtbar. Die performative Installation wird als eine Art künstliche Raum-Intelligenz inszeniert.

Zu bestimmten Koordinaten (die es für das Publikum spielerisch herauszufinden gilt) ist die digitale Performance sozusagen im Gleichgewicht. Dabei zitieren pyramidenförmige Behausungen die kunstvollen Form-/Pflanzenschnitte der barocken Gartenkunst („Topiari). Doch im Performance Garden wird die Flora nicht in exakte Formen geschnitten. Auch brechen die Projektionen immer wieder und weiter aus… Wirklich steuerbar (beherrschbar) sind die Bilder und Klänge – ist die Natur nicht.

So entpuppt sich der Garten als heimlicher Regisseur und in der Gestalt eines realen Bio-Basilikum-Strauchs (Ocimum basilicum „African Blue“). Dessen Makro-Ausnahmen lassen tief blicken, seine inneren Prozesse werden über Elektroden und Midi-Convertser in Echtzeitklänge übersetzt und die Kinect verwandelt Blätter in Polygone…

Fazit der Causa Ocimum: Digitalität in den Szenischen Künsten schmeckt gut, riecht gut, tut gut.